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Liebe Freundinnen & Freunde,

 

 

 

ich liebe es, wenn sich kindliche Spielfreude mit konzentrierter Andacht verbindet – wie in der Arbeit zu den SINGENDEN BALKONEN. Zum vierten Mal brachte mich die weltenumarmende Eventmanagerin Christel Fangmann mit der menschenliebenden Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA zusammen, die nicht nur die Gestalt ihrer auf den ersten Blick wenig schmucken Hochhäuser im Sinn hat, sondern vielmehr an die Gestaltung einer offenen und wertschätzenden Gesellschaft interessiert ist – was hierzu führt: Auf einer Art Marktplatz zwischen himmelhohen Fassaden verschenken die Mieter für einen Abend ihre Balkone. Diese werden zu Bühnen, auf denen Singende auftreten, Singende aus dem Bremer Stadtteil Osterholz-Tenever und zugleich aus aller Welt. In der Vorbereitungszeit lernte ich kurdische Volks- und russische Liebeslieder, erinnerte mich an Schlager aus den 50ern, begegnete Liedperlen der französischen Romantik und brasilianischen Sehnsuchtsmelodien und sogar einem Chanson auf Aramäisch, gesungen von einem Zehnjährigen. Die älteste Sängerin war über 90 und viele hundert Menschen feierten mit den Singenden, dem herausragenden Streichquartett um Johannes Haase und mir ein Fest der Begegnung in einer sintflutartigen Nacht, die uns nach spärlicher Abendsonne mit eisigen Hagelschauern auf unseren Ernst beim Feiern testete. Die Sintflut hatte keine Chance und das war etwas, das vielen Menschen ein gutes Gefühl schenkte in Tagen, in denen vor allem von herzlosen Hetzern in Chemnitz die Rede war und man den Eindruck gewinnen konnte, unsere Gesellschft kippte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier in typischer Angeberpose bei der "Arbeit" zu den Singenden Balkonen. :-)

 

 

 

(Bei Klick aufs Bild öffnet sich ein Fernsehbeitrag über die SINGENDEN BALKONE, den die Journalistin Mareike Baumert für RTL gedreht hat.)

 

 

 


 

SCHUBERT UND SCHULE

 

 

 

Als ich mit etwa 14 Jahren vom Zaubertrank der Sinnlichkeit erstmals kosten und zugleich die Musik entdecken durfte, hatte die Schule bei mir keine Chance mehr. Auch wenig später war ich so überzeugt von der Einzigartigkeit und Fragilität meines persönlichen Stils, dass ich fürchtete, er ginge mir verloren, begäbe ich mich in eine Einrichtung wie eine Musikhochschule, in der man dann "richtig" komponieren lernt. (Auch der Wehr- und Ersatzdienst ging an mir vorbei, ein psychiatrisches Gutachten half mir, von autoritärem Zugriff unbehelligt meinen Weg zu gehen.) Umso schneeköniglicher ist meine Freude über meine Lehrverpflichtung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Dort lerne ich junge Menschen auf dem Weg in den Schauspielberuf kennen und wir beschäftigen uns mit Gesang. Gesang, der trifft und berührt, mit dem man eine Figur, eine Szene schaffen und ein Publikum vergessen lassen kann, dass es im Theater ist. Ich liebe diese Arbeit und meine Beschäftigung mit der COMPLETE VOCAL TECHNIQUE hilft mir, gesangliches Handwerk zu vermitteln, das einfach zu bewegen ist und sich leicht aneignen lässt. Eine wissenschaftlich fundierte Methode der skandinavischen Sängerin und Medizinerin Cathrine Sadolin – hochinteressant und imstande, manchen mythischen Nebel zu lüften. Im Complete Vocal Institute in Kopenhagen wird geforscht und die Ergebnisse erhellen diejenigen, die wissen wollen. (Hier ein Link zur englischsprachigen Webseite der Research-Abteilung) In ein paar Tagen beginnt das Wintersemester und ich freue mich auf neue Studierende und ein Abschlusskonzert im Frühjahr.

 

 

 

Ein schillernder Absolvent dieser legendären Schauspielschule ist der für seine Wandlungskunst gefeierte und für seine Intensität geliebte Charly Hübner, der sich bei einer Salzburger Aftershowbegegnung mit Ensemble Resonanz-Chef Tobias Rempe in einem elektrisierenden Gespräch über eine neue, menschennähere Ausdeutung von Schuberts Winterreise fand. Die beiden fackelten nicht lang, jetzt gibt es die neue Winterreise und einen Subtext, der den Sänger zum um Verständnis heischenden Triebmörder macht. Ich hatte das Glück, Charly beim Einstudieren zuhilfe zu sein und begleite ihn weiter auf diesem wachsendem Vorhaben, das am 6. und 7. November die wohlklingenden Bretter der Elbphilharmonie zum Schwingen bringt. 

 

 

 

Charly Hübner im Funkhaus Hannover. So jubelt die Presse. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

POESIE UND PROFIT

 

 

 

Anfang des Jahres lernte ich Frau Prof. Dr. Berit Sandberg kennen, die sich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin um das rasant wachsende Feld der Begegnung von Wirtschaft und Kunst kümmert. Ihre Leidenschaft für Methoden des phantasievollen Schöpfens ließ sie das Buch "Die Künstlerbrille" schreiben und der Wirkung künstlerischer Arbeitsweisen in wirtschaftlichen Zusammenhängen auf den Grund gehen. Immer häufiger bin ich auch in Unternehmen zu Gast, um Menschen, denen ein künstlerischer Lebensstil eigentlich eher fremd ist, etwas von meiner Arbeitsweise zu vermitteln, in Hinblick auf Teambildung, Überwinden von Barrieren und Befangenheiten, oder einfach ein besseres Leben. Das macht mir großen Spaß und oft singen wir am Ende gemeinsam, wie zum Beispiel das Lied "Du bist ein Kraftwerk, Baby" mit 350 Mitarbeitern eines großen Energiekonzerns:

 

 

 

 

 

 

Berit Sandberg beeindruckt mich mit ihrer strategischen Präzision und ungeheuerlichen Klarheit – ein Geschenk für mich, der oft auch gern im Nebel eines naiven Grundvertrauens umhertaumelt im Glauben, das sich alles schon fügen wird. Deswegen bin ich sehr aufgeregt, dass Berit mich gefragt hat, mit ihr gemeinsam einen Vortrag in höchst wissenschaftlicher Umgebung auf dem Campus der HTW zu halten, am 8. November. Sie selbst beschreibt es so:

 

 

 

"Ich habe das große Vergnügen, zusammen mit dem Komponisten Mark Scheibe das
 
strenge Veranstaltungsschema zu unterwandern. Wir werden - auf deutsch und
 
mit Flügel, aber ebenso gedeihlich angereichert wie spielerisch - einen
 
Vortrag halten, dem wir mit Seitenblick auf kunstbasierte
 
Problemlösungsformate für verzweifelte Unternehmen den Titel 'Ideen außer
 
Kontrolle' gegeben haben. Viel mehr wissen wir selbst noch nicht."

 

 

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, Anmeldung ist erwünscht:

 

 

 

SYMPOSIUM KREATIVITÄT & INNOVATION - Anmeldung

 

 

 

 

 

 


 

DIE MELODIE DES LEBENS, LA MÉLODIE DE LA VIE, لحن الحياة 

 

 

 

 

 

 

Vor elf Jahren habe ich das multipel gewürdigte Musikprojekt MELODIE DES LEBENS in Bremen für die Deutsche Kammerphilharmonie und ihr geniales Zukunftslabor zu entwickeln begonnen. Jetzt geht das Modell mit dem Future Lab Tunisia auf den nächsten Kontinent: ich bin überglücklich, dass mit der MÉLODIE DE LA VIE das gemeinsame Kreieren auf Augenhöhe in respektvoller künstlerischer Umarmung der Jugendlichen weiter Schule macht. Vor einigen Wochen war ich in Tunis, wo nach dem Bremer Vorbild ein Orchester das Zusammenleben mit einer Schule wagt – im Inneren dieses Konstrukts wird regelmäßig und leidenschaftlich Musik und Text geschaffen: ich war dabei, als der Mélodie de la vie-Direktor Selim Bac Jugendlichen des Collège Ibn Khaldoun im Tuniser Stadtteil Manouba beim Songschreiben assistiert – und war berührt vom Klang der arabischen Sprache und der jungen Stimmen mit ihren ganz eigenen Idiomen. Inspiriert von der Magie der Erstbegegnung habe ich die SchülerInnen gefragt, ob sie der Originalhymne der Melodie des Lebens einen eigenen Text in ihrer Sprache schenken. Einen kleinen Eindruck aus dieser Zusammenkunft hab ich in einem kleinen Filmchen zusammengestellt. Ein Klick auf das Photo oben führt dorthin.

 

 

 

Das Schönste ist immer das Reisen: zur nächsten Melodie des Lebens in Bremen kommen diese Schülerinnen und Schüler aus dem Video mit ihrer Musik und einer Delegation von 14 Musikern des Orchestre National de Tunisia zu uns. So wird die 21. MdL auch ein großes Volksfest und ich empfehle sehr, jetzt schon Tickets zu bestellen, sie sind immer rasend schnell ausverkauft.

 

 

 

KARTEN für die 21. Melodie des Lebens am 15. und 16.11. in der GSO in Bremen

 

 

 

Mit Selim Bac in der Medina, Tunis. Seinen beeindruckenden Kontakten zu ausgesuchten Händlern zum Dank habe ich jetzt auch so eine schöne Tasche aus mit Leder verstärktem Bast. Ich liebe ihren Duft.

 

 

 

Mehr Worte will ich heute nicht mehr schreiben, die Fertigstellung einer Auftragskomposition für Sopraninoblockflöte und Barockorchester wartet ungeduldig und die Wolken im französischen Alpental Valjouffrey hängen so dramatisch tief, dass es eine Schande wäre, nicht unter ihnen spazieren zu gehen. Das will ich jetzt tun. Und noch rasch zwei Empfehlungen loswerden:

 

 

 

Im Deutschen Theater in Berlin läuft gerade das neue Stück von René Pollesch. Es heißt CRY BABY, die umwerfende Sophie Rois spielt eine tragende Rolle und ihr Spielpartner ist ein Chor aus Studierenden der Ernst Busch-Hochschule. Die Inszenierung ist eine Riesenparty, und ich wage in ihr die sinnliche Wucht und Leichtigkeit einer neuen Generation von Theatermachern zu erspüren.

 

 

 

Der ARD-Sender der Hauptstadt hat ein neues Talkformat: TALK AUS BERLIN heißt es, dienstags bis donnerstags um 23.30 gibt es dort eine für Fernsehverhältnisse einzigartig dichte, kluge, inspirierende Unterhaltung mit einem Gast und meinem Freund, dem Großmeister der Gesprächskunst, Jörg Thadeusz. 

 

 

 

Ich danke Euch dafür, dass Ihr ein Teil der Kraft seid, die mir dieses schöne Leben ermöglicht – indem Ihr meine Konzerte besucht, mich bucht, empfehlt, feiert, meine Lieder singt oder kauft. Mit dieser Mail schenke ich Euch eine Aufnahme aus dem Konzert im Bremer Sendesaal im vergangenen Jahr: "I fall in love too easily" von Jule Styne und Sammy Cahn – zugleich ein kleiner Vorgeschmack auf das neue Album, dazu mehr im nächsten Brief.

 

 

 

Bis bald,

 

 

 

Euer Mark.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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